KI-generiert„Könnten Sie mir bitte ein Referenzschreiben ausstellen, Herr Matijevic? Das ist enorm wichtig für meine Bewerbung bei Siemens.“ Solche Anfragen landen wöchentlich in meinem Postfach auf LinkedIn oder per E-Mail. Früher, als ich noch frisch im Geschäft war und kaum Grenzen kannte, habe ich da oft zugestimmt, weil ich einfach helfen wollte.
Das war ein riesiger Fehler. Es entartet schnell zu einem Spiessrutenlauf, bei dem man als Referenzgeber in eine extrem unangenehme Lage gerät. Man soll nicht nur die Leistung bestätigen, sondern oft auch noch lobende Worte finden, die vielleicht gar nicht der Realität entsprechen, oder Dinge verschweigen, die für den potenziellen Arbeitgeber absolut relevant wären. Das untergräbt das Vertrauen in den Bewerbungsprozess und schadet am Ende allen Beteiligten.
Deshalb sage ich heute ganz klar: Nein. Ich bin Anto Matijevic, der Inhaber von Tonis Bewerbungshilfe, und ich stehe für Transparenz, Authentizität und ehrliche Kommunikation. Bei Referenzen gibt es für mich eine klare Linie, die ich nicht überschreite, selbst wenn ich damit jemanden enttäuschen muss. Nur so bleibt der Prozess fair und vertrauenswürdig.
Die gängige Praxis und warum sie problematisch ist
Die meisten Bewerber, das erlebe ich immer wieder in Zürich, München oder Wien, haben eine sehr lockere Vorstellung von Referenzen. Sie sehen sie als reine Bestätigung ihrer Angaben oder als zusätzliche Empfehlung, die den Lebenslauf aufwerten soll. Deshalb wird oft schon im Vorfeld das Gespräch gesucht, um die Kernaussagen abzustimmen oder sicherzustellen, dass nur positive Aspekte zur Sprache kommen. Manchmal wird sogar ein vorformulierter Text zugeschickt, den ich nur noch unterschreiben müsste.
Das Problem dabei: Diese Absprache verfälscht die Aussagekraft der Referenz komplett. Sie macht sie zu einem reinen Marketinginstrument des Bewerbers und nicht zu einer neutralen Einschätzung durch einen Dritten. Unternehmen wie die Deutsche Bank oder Migros verlassen sich aber auf die Unabhängigkeit von Referenzen, um ein umfassendes Bild des Kandidaten zu erhalten. Wenn diese Informationen bereits gefiltert oder geschönt sind, ist der Mehrwert für den Recruiter gleich null. Es ist wie eine PR-Mitteilung, bei der die kritischen Punkte einfach weggelassen werden. Wo bleibt da die Ehrlichkeit?
Meine strikte Position: Keine vorbereiteten Gespräche
Aus diesem Grund lehne ich jede Form von Vorgesprächen oder Absprachen über Referenzinhalte kategorisch ab. Wenn jemand mich als Referenz nennen möchte, sage ich klar: Ja, das darfst du. Ich werde auf Anfrage meine ehrliche Einschätzung geben, basierend auf meiner tatsächlichen Erfahrung mit dir, deinen Leistungen und deinem Verhalten während unserer Zusammenarbeit. Das beinhaltet explizit, dass ich keine Drehbücher lese oder mich an vorgegebene Sprechweisen halte.
Ich werde auch keine Textbausteine oder Formulierungshilfen annehmen. Wenn ein Recruiter von SAP, BMW oder dem ORF anruft, bekommt er meine unverfälschte Meinung, sowohl über Stärken als auch über Bereiche, in denen ich Entwicklungspotenzial sehe. Ich sage das meinen Klienten im Vorfeld genauso. Wer damit nicht einverstanden ist, sollte mich nicht als Referenz angeben. Das mag für den einen oder anderen hart klingen, aber nur so kann ich meiner Verantwortung als Referenzgeber gerecht werden und die Glaubwürdigkeit des Prozesses wahren.
Der Unterschied zwischen einer Referenz und einem Arbeitszeugnis
Ein weiterer häufiger Irrglaube ist die Verwechslung von Referenzen mit Arbeitszeugnissen. Ein Arbeitszeugnis ist eine offizielle Urkunde, die bestimmte formale und inhaltliche Kriterien erfüllen muss und die du rechtlich einklagen kannst. Es bewertet deine Tätigkeit und dein Verhalten bei einem ehemaligen Arbeitgeber und ist in der Regel wohlwollend formuliert, selbst wenn die Leistungen nicht immer top waren. Eine Referenz hingegen ist eine persönliche, mündliche oder schriftliche Einschätzung durch eine Person, die deine Arbeit direkt miterlebt hat. Sie ist keine Pflicht, sondern eine Kür.
Ich stelle keine Arbeitszeugnisse aus, da ich in der Regel keine Mitarbeiter im klassischen Sinne habe, die ich bewerten müsste. Meine Rolle ist die des Sparringspartners, Beraters oder Bewerbungshilfe-Anbieters. Wenn Klienten ein Referenzschreiben von mir wünschen, verweise ich auf die Möglichkeit, mich als Kontaktperson bei Bedarf anzugeben. Ein formelles Schreiben, das ihre Beschäftigung und Leistungen bei Tonis Bewerbungshilfe detailliert beschreibt, kann und werde ich nicht ausstellen, weil dies nicht meiner tatsächlichen Rolle und der Natur unserer Zusammenarbeit entspricht. Das wäre eine Fiktion, und Fiktionen haben im Bewerbungsprozess nichts zu suchen. Kein Bock auf Trial-and-Error? Du kannst deine professionelle Bewerbung schreiben lassen und sparst dir Wochen.
Welche Informationen ich als Referenzgeber teile und welche nicht
Was teile ich also, wenn ich als Referenz angefragt werde? Ich gebe Auskunft über die Art unserer Zusammenarbeit, den Zeitraum, die bearbeiteten Themen und Projekte und meine Einschätzung deiner Kompetenzen und Eigenschaften, die ich in diesem Rahmen beobachten konnte. Wenn du also bei mir eine LinkedIn-Profil-Optimierung hattest oder ein umfangreiches Bewerbungsprozess-Sparring, dann kann ich über deine Proaktivität, deine Lernbereitschaft, deine Kommunikationsfähigkeit und die Art, wie du Feedback aufgenommen hast, sprechen.
Was ich niemals teile, sind vertrauliche Informationen, die nicht direkt mit deiner beruflichen Leistung oder unserem gemeinsamen Projekt zusammenhängen. Ich gebe auch keine Auskunft über private Angelegenheiten, Gehaltsvorstellungen oder Gründe für frühere Jobwechsel, es sei denn, du hast mich explizit dazu ermächtigt und es ist für den Job relevant. Meine Aufgabe ist es, ein berufsbezogenes, ethisch einwandfreies Bild zu zeichnen, das dem potenziellen Arbeitgeber in seiner Entscheidung hilft, ohne deine Privatsphäre zu verletzen. Die Grenzen sind hier klar abgesteckt: Fokus auf die Zusammenarbeit, keine Spekulationen, keine unautorisierten persönlichen Details.
Der Wert einer echten, unverfälschten Referenz
Manchmal höre ich die Befürchtung: „Aber was, wenn die Referenz nicht nur positiv ist? Dann bekomme ich den Job ja nicht.“ Meine Antwort darauf ist stets dieselbe: Eine ehrliche Referenz, die vielleicht auch Entwicklungspotenziale anspricht, ist am Ende mehr wert als eine geschönte Lobeshymne. Warum? Weil sie authentisch ist. Recruiter bei globalen Playern wie Novartis oder anspruchsvollen Institutionen wie dem Max-Planck-Institut sind erfahren genug, um zu wissen, dass niemand perfekt ist. Sie wollen ein realistisches Bild, nicht ein Märchen.
Eine Referenz, die offen und ehrlich ist, schafft Vertrauen. Sie zeigt, dass du selbstkritisch bist und auch Schwächen kennst und daran arbeitest. Das ist eine Stärke, keine Schwäche. Und wenn eine kleine kritische Anmerkung dazu führt, dass du einen Job nicht bekommst, dann war es vielleicht nicht der richtige Job für dich oder der Arbeitgeber hatte unrealistische Erwartungen. In jedem Fall ist es besser, Klarheit zu haben, als in einem Umfeld zu landen, in dem man sich verstellen muss. Transparenz zahlt sich immer aus, vor allem in einer so wichtigen Phase wie der Jobsuche.
Wann du mich als Referenz nennen solltest und wann nicht
Du solltest mich als Referenz nennen, wenn du überzeugt bist, dass meine Einschätzung deiner Arbeit und Zusammenarbeit bei Tonis Bewerbungshilfe positiv ist und du mit meiner ehrlichen, ungeschminkten Rückmeldung leben kannst. Das heisst, du weisst, dass ich die Dinge so sage, wie ich sie erlebt habe, ohne zu beschönigen, aber auch ohne böse Absicht. Wenn du bei mir ein umfassendes Bewerbungstraining absolviert hast und ich deine Entwicklung über Wochen oder Monate beobachten konnte, dann habe ich eine fundierte Basis für eine Referenz.
Du solltest mich nicht als Referenz nennen, wenn du nur ein kurzes Beratungsgespräch hattest, bei dem wir uns kaum kennengelernt haben. Ich kann nicht über deine Fähigkeiten sprechen, wenn ich sie nicht ausreichend erlebt habe. Auch wenn du das Gefühl hast, dass ich dir keine positive Referenz geben könnte, solltest du lieber auf mich verzichten. Das gilt auch, wenn du spezielle Anforderungen an die Referenz hast, die ich nicht erfüllen kann oder will, zum Beispiel wenn es um vertrauliche Informationen geht oder eine bestimmte Formulierungspolice. Die Wahl des Referenzgebers ist eine strategische Entscheidung, treffe sie bewusst.
Mein Wort zum Schluss für dich
Der Absprache-Zirkus rund um Referenzen muss endlich aufhören, denn ein fairer Bewerbungsprozess funktioniert nur mit absoluter Ehrlichkeit und Transparenz von allen Seiten.
Wer mich als Referenz anfragen möchte, bekommt meine ehrliche, ungeschminkte Meinung, nicht mehr und nicht weniger, und genau das sollte der Standard auf dem gesamten Arbeitsmarkt sein.
Häufige Fragen
Warum lehnt Toni Absprachen bei Referenzen ab?
Toni lehnt Absprachen ab, weil sie die Aussagekraft von Referenzen verfälschen. Unternehmen wie SAP oder Roche verlassen sich auf unabhängige Einschätzungen, die nicht manipuliert sein sollten. Eine vorab abgestimmte Referenz ist mehr Marketing als eine ehrliche Beurteilung und untergräbt das Vertrauen im Bewerbungsprozess.
Was ist der Unterschied zwischen einer Referenz und einem Arbeitszeugnis?
Ein Arbeitszeugnis ist eine formale Urkunde, die Leistungen und Verhalten bei einem Arbeitgeber bewertet. Eine Referenz ist eine persönliche, oft mündliche Einschätzung durch eine Person, die die Arbeit miterlebt hat. Toni stellt keine Arbeitszeugnisse aus, da seine Rolle die des Beraters ist, nicht die eines Arbeitgebers.
Welche Informationen teilt Toni als Referenzgeber?
Toni gibt Auskunft über die Art der Zusammenarbeit, den Zeitraum, bearbeitete Projekte und seine Einschätzung der relevanten Kompetenzen und Eigenschaften. Er teilt keine vertraulichen oder privaten Informationen, es sei denn, er wurde explizit dazu ermächtigt und es ist für die berufliche Leistung relevant.
Wann sollte man Toni als Referenz nennen und wann nicht?
Man sollte Toni nennen, wenn man überzeugt ist, dass seine ehrliche und ungeschminkte Einschätzung positiv sein wird und er die Arbeitsweise des Bewerbers über einen längeren Zeitraum beobachten konnte. Man sollte ihn nicht nennen, wenn nur ein kurzes Kennenlernen stattfand oder wenn man befürchtet, dass die Referenz nicht rein positiv ausfällt, da er stets eine realistische Einschätzung gibt.
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