KI-generiertWer eine Position als CEO, CFO oder Geschäftsführer:in sucht, findet in den großen Jobbörsen nur wenige passende Angebote. Das ist kein Zufall und auch kein Zeichen, dass es diese Stellen nicht gibt. Es liegt daran, wer über solche Positionen entscheidet, wie diskret der Prozess laufen muss und auf welchem Weg Kandidat:innen gefunden werden. Wer das versteht, kann seine eigene Strategie für den nächsten Schritt ins Top-Management deutlich gezielter aufbauen.
Wer über C-Level-Positionen entscheidet
Bei Stellen unterhalb der Geschäftsleitung entscheiden meist Fachbereich und Personalabteilung. Ganz oben ist das anders, denn hier legt das Gesellschaftsrecht fest, welches Gremium zuständig ist. In Deutschland bestellt bei einer Aktiengesellschaft der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder (§ 84 AktG), bei einer GmbH bestimmen die Gesellschafter über die Bestellung der Geschäftsführer (§ 46 GmbHG). In Österreich bestellt ebenfalls der Aufsichtsrat den Vorstand einer AG (§ 75 AktG). In der Schweiz gehört die Ernennung der mit der Geschäftsführung betrauten Personen zu den unübertragbaren Aufgaben des Verwaltungsrats (Art. 716a OR).
Die Entscheidung liegt also bei einem kleinen Kreis von Personen, die das Unternehmen und oft auch die Branche sehr gut kennen. Solche Gremien suchen in der Regel nicht breit nach möglichst vielen Bewerbungen, sondern gezielt nach wenigen Menschen, die zur Strategie, zur Unternehmenskultur und zur aktuellen Lage passen.
Diskretion schützt Unternehmen und Kandidat:innen
Ein Wechsel an der Spitze ist ein sensibles Thema. Eine öffentliche Anzeige für eine neue Finanzvorständin oder einen neuen Geschäftsführer würde Mitarbeitenden, Kunden, Banken und Wettbewerbern signalisieren, dass sich etwas verändert, oft bevor die Nachfolge geklärt ist. Viele Unternehmen kommunizieren einen Wechsel deshalb erst, wenn die neue Person feststeht.
Auch auf der Seite der Kandidat:innen ist Verschwiegenheit wichtig. Wer heute eine Führungsposition innehat, kann sich kaum offen bewerben, ohne die eigene Position zu gefährden. Ein vertraulicher Prozess über Dritte schützt beide Seiten.
Executive Search statt Stellenbörse
Statt eine Anzeige zu schalten, beauftragen Aufsichtsräte, Gesellschafter oder Verwaltungsräte häufig eine Personalberatung mit der Suche. Diese erstellt mit dem Gremium ein Anforderungsprofil, recherchiert passende Personen in vergleichbaren Unternehmen und Branchen und spricht sie direkt und vertraulich an. Die Kandidat:innen werden also gefunden, statt sich selbst zu melden.
Für dich heißt das: Du musst für diese Suchen auffindbar und ansprechbar sein. Wie du Personalberatungen auf dich aufmerksam machst, erklärt der Beitrag Headhunter richtig ansprechen. Wenn ein Kontakt zustande kommt, hilft dir Headhunter richtig briefen, damit die Beratung dich passend positioniert.
Netzwerk und Empfehlungen zählen mehr als jede Anzeige
Neben der Personalberatung spielt das persönliche Netzwerk eine große Rolle. Aufsichtsräte, Beiräte und Gesellschafter sprechen Menschen an, die sie aus früherer Zusammenarbeit kennen oder die ihnen empfohlen wurden. Wer in seiner Branche als kompetent und verlässlich bekannt ist, landet so auf Listen, die nie veröffentlicht werden.
Dieses Netzwerk entsteht nicht in dem Moment, in dem du wechseln willst. Es wächst über Jahre durch Projekte, Branchenveranstaltungen, Gremienarbeit und einen sichtbaren fachlichen Auftritt.
Ausnahme: öffentliche Unternehmen in Österreich
Es gibt Bereiche, in denen Leitungspositionen ausgeschrieben werden müssen. In Österreich schreibt das Stellenbesetzungsgesetz vor, dass die Bestellung von Vorstandsmitgliedern und Geschäftsführern bei Unternehmen, die der Kontrolle des Rechnungshofes unterliegen, nach diesem Gesetz zu erfolgen hat (§ 1 Stellenbesetzungsgesetz). Der Besetzung muss eine öffentliche Ausschreibung vorangehen, und die Bewerbungsfrist darf nicht kürzer als einen Monat sein (§ 2 Stellenbesetzungsgesetz).
Wer in Österreich eine Geschäftsführung in einem öffentlichen Unternehmen anstrebt, findet solche Stellen deshalb tatsächlich ausgeschrieben. Auch in Deutschland und der Schweiz werden Leitungsfunktionen öffentlicher Einrichtungen häufig ausgeschrieben. Die Regeln dafür hängen dort von Bund, Land oder Kanton und der jeweiligen Satzung ab.
Was das für deine Strategie bedeutet
Die wichtigste Konsequenz: Warte nicht auf die passende Anzeige. Sorge stattdessen dafür, dass die richtigen Menschen dich kennen und finden. Dein LinkedIn-Profil ist dabei oft der erste Eindruck, den eine Personalberatung von dir bekommt. Es sollte deine Wirkung klar zeigen, mit Ergebnissen statt Aufgaben. Mehr dazu auf der Seite zur LinkedIn-Profil-Optimierung. Ob ein sichtbares Open-to-Work-Signal auf dieser Ebene sinnvoll ist, beleuchtet der Beitrag LinkedIn Open to Work.
Halte außerdem deine Unterlagen jederzeit bereit. Wenn eine Beratung anruft, wird oft kurzfristig ein aktueller Lebenslauf gebraucht. Ein Executive-CV unterscheidet sich deutlich von einem gewöhnlichen Lebenslauf, worauf es dabei ankommt, steht im Beitrag Bewerbungshilfe für Führungskräfte.
Pflege schließlich deine Kontakte aktiv, auch wenn du gerade nicht suchst. Ein kurzer Austausch mit einer Personalberatung, die deine Branche betreut, oder ein Gespräch mit einem Beiratsmitglied aus deinem Umfeld zahlt sich oft erst Jahre später aus. Und bleib dabei diskret: Wer in laufender Position sondiert, sollte nicht in breiten Kreisen von Wechselabsichten erzählen.
Wenn du doch auf eine Anzeige stößt
Manchmal tauchen C-Level-Positionen doch in Jobbörsen auf. Oft schaltet sie dann eine Personalberatung, und deine Bewerbung landet zuerst dort statt beim Unternehmen. Nimm solche Anzeigen ernst und bewirb dich mit Unterlagen auf demselben Niveau, das du bei einer direkten Ansprache zeigen würdest. Eine Beratung entscheidet, wen sie dem Gremium vorstellt.
Fazit
C-Level-Positionen werden selten ausgeschrieben, weil kleine Gremien entscheiden, weil Diskretion für alle Beteiligten wichtig ist und weil die Suche meist über Personalberatungen und persönliche Netzwerke läuft. Eine Ausnahme bilden öffentliche Unternehmen in Österreich, für die eine Ausschreibungspflicht gilt. Für deinen nächsten Karriereschritt bedeutet das: sichtbar sein, gut vernetzt sein und Unterlagen griffbereit haben, statt auf die passende Anzeige zu warten.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Einschätzung und keine Rechtsberatung. Stand Oktober 2026.
Häufige Fragen
Warum bewerben sich C-Level-Führungskräfte selten auf Stellenanzeigen?
Weil solche Positionen selten ausgeschrieben werden. Kleine Gremien wie Aufsichtsrat, Gesellschafter oder Verwaltungsrat entscheiden, die Suche läuft meist diskret über Personalberatungen und Netzwerke.
Wer entscheidet über die Besetzung eines Vorstands?
In Deutschland und Österreich bestellt bei einer Aktiengesellschaft der Aufsichtsrat den Vorstand. Bei einer deutschen GmbH entscheiden die Gesellschafter über die Geschäftsführung, in der Schweiz ernennt der Verwaltungsrat die Geschäftsleitung.
Gibt es C-Level-Stellen, die öffentlich ausgeschrieben werden müssen?
Ja. In Österreich verlangt das Stellenbesetzungsgesetz eine öffentliche Ausschreibung für Vorstands- und Geschäftsführungsposten in Unternehmen, die der Kontrolle des Rechnungshofes unterliegen.
Wie werde ich für Executive-Search-Beratungen sichtbar?
Mit einem aussagekräftigen LinkedIn-Profil, einem guten Ruf in deiner Branche und Kontakten zu Personalberatungen, die dein Fachgebiet betreuen. Halte außerdem einen aktuellen Executive-CV bereit.
Sollte ich mich initiativ bei einem Aufsichtsrat bewerben?
Eine unaufgeforderte Bewerbung beim Gremium ist unüblich. Erfolgversprechender sind persönliche Kontakte, Empfehlungen und Personalberatungen, die von Gremien mit der Suche beauftragt werden.
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