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    Hobbys im Lebenslauf: Wann sie helfen, wann nicht

    27. Oktober 2026
    Hobbys im Lebenslauf: Wann sie helfen, wann nichtKI-generiert

    Hobbys im Lebenslauf sind eine der Fragen, bei denen sich Ratschläge gerne widersprechen. Die einen halten sie für überflüssig, die anderen für eine Chance, Persönlichkeit zu zeigen. Beides stimmt, je nachdem, welche Hobbys du nennst und wie. Hobbys sind ein freiwilliger Teil des Lebenslaufs, in Deutschland genauso wie in Österreich und der Schweiz. Entscheidend ist, ob deine Interessen etwas zur Bewerbung beitragen.

    Wann Hobbys deinen Lebenslauf stärken

    Hobbys lohnen sich, wenn sie eine Fähigkeit belegen, die für die Stelle wichtig ist, oder wenn sie eine Lücke in deinem Profil füllen. Wer sich für eine Stelle im Vertrieb bewirbt und seit Jahren im Verein Veranstaltungen organisiert, zeigt damit Organisationstalent und Kontaktfreude. Wer in der IT anfangen will und privat Software programmiert, liefert einen greifbaren Nachweis für Motivation und Können.

    Besonders wertvoll sind Hobbys für Berufseinsteiger:innen, Schüler:innen auf Lehrstellensuche und Studierende. Wenn die Berufserfahrung noch dünn ist, zeigen Interessen und Engagement, was du mitbringst. Mehr dazu, wie du ohne Erfahrung überzeugst, steht im Beitrag Bewerbung ohne Berufserfahrung.

    Auch ehrenamtliches Engagement gehört in diese Kategorie. Eine Funktion bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Sportverein oder in einer sozialen Organisation zeigt Verantwortung und Verlässlichkeit. Oft verdient so ein Engagement einen eigenen Abschnitt „Ehrenamt“ statt einer Zeile unter Hobbys.

    Wann du Hobbys besser weglässt

    Allgemeine Angaben wie Lesen, Reisen, Musik hören oder Freunde treffen sagen wenig über dich aus, weil sie auf fast alle Menschen zutreffen. Sie nehmen Platz weg und wirken schnell wie eine Pflichtübung. Wenn du nichts Konkreteres zu sagen hast, lass den Abschnitt lieber ganz weg.

    Vorsicht ist bei Hobbys geboten, die ein hohes Verletzungsrisiko vermuten lassen oder sehr viel Zeit binden. Das muss kein Ausschlussgrund sein, kann aber Fragen aufwerfen. Gleiches gilt für Interessen, die nicht zur Stelle passen oder ein Bild erzeugen, das du nicht vermitteln willst.

    Auf erfahrenen Positionen und in Führungsrollen tritt der Abschnitt meist in den Hintergrund. Hier zählen Erfolge und Verantwortung. Ein kurzer Hinweis auf ein Ehrenamt oder ein besonderes Engagement kann trotzdem sinnvoll sein.

    Sensible Angaben: Religion, Politik, Weltanschauung

    Manche Hobbys verraten mehr über dich, als dir vielleicht bewusst ist. Ein Engagement in einer Kirchengemeinde, einer Partei oder einer Gewerkschaft lässt Rückschlüsse auf Religion, Weltanschauung oder politische Haltung zu. Ob du solche Informationen im Lebenslauf preisgibst, entscheidest du selbst.

    In Deutschland verbietet das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz Benachteiligungen unter anderem wegen der Religion oder Weltanschauung (§ 1 AGG). In Österreich darf nach dem Gleichbehandlungsgesetz niemand im Zusammenhang mit einem Arbeitsverhältnis wegen der Religion oder Weltanschauung diskriminiert werden, ausdrücklich auch nicht bei der Begründung des Arbeitsverhältnisses (§ 17 GlBG). In der Schweiz darf der Arbeitgeber Daten über Arbeitnehmende nur bearbeiten, soweit sie deren Eignung für das Arbeitsverhältnis betreffen oder zur Durchführung des Arbeitsvertrags erforderlich sind (Art. 328b OR).

    Diese Regeln schützen dich, verhindern aber nicht jeden unbewussten Eindruck beim Lesen. Überleg dir deshalb bei solchen Angaben, ob sie für die Stelle relevant sind. Bei einer Bewerbung in einer kirchlichen Einrichtung oder einer politischen Organisation kann ein solches Engagement passen, sonst ist es meist besser, es wegzulassen.

    So formulierst du Hobbys konkret

    Der Unterschied zwischen einer leeren und einer starken Angabe liegt in der Konkretheit. „Sport“ ist austauschbar. „Laufen, Teilnahme an Halbmarathons“ zeigt Ausdauer und Zielstrebigkeit. „Kochen“ sagt wenig. „Kochen, regelmäßige Organisation von Kochabenden für Freundeskreis und Verein“ zeigt Planung und Gastfreundschaft. Statt „Fotografie“ kannst du „Fotografie, Betreuung der Website des Fotoklubs“ schreiben.

    Drei bis vier Interessen genügen. Nenn nur, worüber du im Vorstellungsgespräch gerne und ehrlich sprichst, denn genau danach wird oft gefragt. Ein erfundenes Hobby fällt spätestens dann auf.

    Wo der Abschnitt im Lebenslauf steht

    Hobbys und Interessen stehen am Ende des Lebenslaufs, nach Berufserfahrung, Ausbildung, Weiterbildung und Kenntnissen. Ehrenamt kann darüber stehen, wenn es für die Stelle relevant ist. Als Überschrift passen „Interessen“, „Hobbys“ oder „Engagement“. Wenn du ein Kurzprofil am Anfang des Lebenslaufs hast, gehören Hobbys dort nicht hinein, außer sie sind direkt für die Stelle relevant. Wie ein starkes Kurzprofil aussieht, zeigt der Beitrag Kurzprofil im Lebenslauf.

    Unterschiede in Deutschland, Österreich und der Schweiz

    In allen drei Ländern sind Hobbys im Lebenslauf freiwillig und nicht unüblich. In der Schweiz ist der Lebenslauf oft etwas sachlicher und knapper, dort haben Hobbys tendenziell weniger Gewicht als konkrete Erfahrung und Referenzen. Bei englischsprachigen Bewerbungen werden Interessen manchmal ganz weggelassen oder unter „Interests“ kurz gehalten. Was im internationalen CV sonst anders ist, steht im Beitrag Lebenslauf auf Englisch.

    Generell gilt: Ein Lebenslauf mit klarem roten Faden überzeugt mehr als einer mit vielen Nebenangaben. Typische Stolpersteine zeigt der Beitrag Fehler im Lebenslauf. Wenn du deinen Lebenslauf professionell überarbeiten lassen möchtest, findest du mehr auf der Seite Lebenslauf erstellen lassen.

    Fazit

    Hobbys gehören in den Lebenslauf, wenn sie etwas über dich aussagen, das für die Stelle zählt. Konkrete Interessen und Ehrenamt können besonders am Anfang der Karriere den Unterschied machen. Allgemeine Angaben lässt du weg, und bei Hinweisen auf Religion, Politik oder Weltanschauung entscheidest du bewusst, ob sie relevant sind. Drei bis vier konkrete Angaben am Ende des Lebenslaufs reichen völlig.

    Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Einschätzung und keine Rechtsberatung. Stand Oktober 2026.

    Häufige Fragen

    Muss ich Hobbys im Lebenslauf angeben?

    Nein. Hobbys sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz freiwillig. Sie lohnen sich, wenn sie eine Fähigkeit belegen, die für die Stelle wichtig ist.

    Welche Hobbys sollte ich nicht in den Lebenslauf schreiben?

    Allgemeine Angaben wie Lesen, Reisen oder Musik hören, weil sie wenig aussagen. Bei Hinweisen auf Religion, Politik oder Weltanschauung solltest du bewusst entscheiden, ob sie für die Stelle relevant sind.

    Wie viele Hobbys gehören in den Lebenslauf?

    Drei bis vier konkrete Angaben reichen. Wichtiger als die Anzahl ist, dass du über jedes Hobby im Vorstellungsgespräch ehrlich sprechen kannst.

    Wo stehen Hobbys im Lebenslauf?

    Am Ende, nach Berufserfahrung, Ausbildung, Weiterbildung und Kenntnissen. Ein relevantes Ehrenamt kann in einem eigenen Abschnitt weiter oben stehen.

    Zählt Ehrenamt als Hobby?

    Ehrenamtliches Engagement zeigt Verantwortung und Verlässlichkeit und verdient oft einen eigenen Abschnitt. Besonders für Berufseinsteiger:innen kann es ein wichtiger Pluspunkt sein.

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