KI-generiertDas Deckblatt ist der Teil der Bewerbung, über den am meisten gestritten wird. Die einen halten es für altmodisch, die anderen für den Schlüssel zum ersten Eindruck. Beide haben ein bisschen recht. Ein Deckblatt ist kein Pflichtbestandteil, und keine Personalabteilung sortiert dich aus, weil es fehlt. Richtig eingesetzt macht es deine Unterlagen aber geordneter, persönlicher und leichter zu lesen.
In diesem Beitrag erkläre ich dir, wann sich ein Deckblatt lohnt, was draufgehört, wie du es gestaltest und wo sich Deutschland, Österreich und die Schweiz unterscheiden.
Was ist ein Deckblatt in der Bewerbung?
Das Deckblatt ist die erste Seite deiner Bewerbungsunterlagen. Es steht vor dem Lebenslauf und stellt dich in wenigen Elementen vor: wer du bist, worauf du dich bewirbst, wie man dich erreicht. Oft trägt es auch dein Bewerbungsfoto. Es ersetzt weder das Anschreiben noch den Lebenslauf, sondern ist so etwas wie die Titelseite eines Dossiers.
Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt im Bewerbungskompass Arbeitsstellensuche recht genau, was auf ein Deckblatt gehört: die Stellenbezeichnung, der Name des Unternehmens, dein Name, deine Adresse, deine Telefonnummer und deine E-Mail-Adresse. Das Foto kannst du dort platzieren. Wenn du kein Deckblatt machst, gehört das Foto auf den Lebenslauf.
Ist ein Deckblatt Pflicht?
Nein. Weder in Deutschland noch in Österreich noch in der Schweiz gibt es eine Regel, die ein Deckblatt verlangt. Der Leitfaden des AMS zu Bewerbungsunterlagen nennt als Bestandteile einer Bewerbung Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse und auf Wunsch ein Motivationsschreiben. Das Deckblatt taucht dort nur als Möglichkeit für die Bewerbungsmappe auf: Entweder liegt das Anschreiben oben, oder ein eigens gestaltetes Deckblatt mit Firma, Position, Kontaktdaten und optionalem Foto.
Ob du eines brauchst, ist also eine Frage der Wirkung, nicht der Form. Und genau da lohnt es sich, ehrlich hinzuschauen.
Wann sich ein Deckblatt lohnt
Ein Deckblatt bringt dir am meisten, wenn deine Unterlagen als eine zusammenhängende PDF verschickt werden. Dann ist es die erste Seite, die jemand öffnet, und es sortiert alles, was folgt. Mit einem Foto, deinem Namen und der Stellenbezeichnung weiß die Person sofort, wessen Bewerbung sie vor sich hat und für welche Stelle sie gedacht ist. Bei Unternehmen, die viele Stellen parallel besetzen, ist das eine echte Hilfe.
Sinnvoll ist ein Deckblatt auch dann, wenn du dein Foto nicht in den Lebenslauf quetschen willst. Gerade bei einem dicht gefüllten zweiseitigen Lebenslauf schafft das Foto auf dem Deckblatt Platz für Inhalte. Und wer sich in einem Umfeld bewirbt, in dem Gestaltung zählt, etwa in Marketing, Design oder im Vertrieb, kann mit einem stimmigen Deckblatt zeigen, dass ihm Details wichtig sind.
Ich biete deshalb ein eigenes Set mit Deckblatt an. Meine Erfahrung aus über 4.500 begleiteten Bewerbungen: Ein ruhig gestaltetes Deckblatt hält die Unterlagen zusammen, solange es nicht mehr sein will als eine Titelseite.
Wann du besser darauf verzichtest
Bei Onlineformularen und Bewerbungsportalen bringt ein Deckblatt fast nichts. Dort lädst du Dokumente meist einzeln hoch, und das Portal zeigt der Personalabteilung ohnehin deinen Namen und die Stelle an. Ein Deckblatt als eigene Datei landet dann irgendwo zwischen den Anhängen und wirkt überflüssig. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt bei Portalen, die PDFs einzeln hochzuladen und jedes Dokument passend zu benennen.
Auch bei sehr kurzen Bewerbungen, etwa wenn nur ein Lebenslauf verlangt wird, ist ein Deckblatt eher Ballast. Und wenn dein Lebenslauf schon einen starken Kopfbereich mit Foto und Kontaktdaten hat, wiederholt das Deckblatt nur, was eine Seite später ohnehin steht.
Was auf das Deckblatt gehört
Weniger ist hier mehr. Ganz oben steht ein klarer Titel, zum Beispiel „Bewerbung als Projektleiterin Digitalisierung“, und darunter der Name des Unternehmens. Das zeigt, dass diese Unterlagen für genau diese Stelle gemacht sind und nicht von der Stange kommen.
In die Mitte gehört dein Foto, wenn du eines verwendest. Darunter oder daneben stehen dein Name und deine Kontaktdaten: Adresse oder zumindest Wohnort, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Einen Link zu deinem LinkedIn-Profil kannst du ergänzen, wenn das Profil gepflegt ist.
Ein Inhaltsverzeichnis der Anlagen ist möglich, aber kein Muss. Bei einer umfangreichen Mappe mit vielen Zeugnissen kann es helfen. Bei Anschreiben, Lebenslauf und zwei Zeugnissen braucht es niemand.
Was nicht aufs Deckblatt gehört: Sprüche, Zitate, Hobbys, ein ausführliches Profil oder gar Gehaltsvorstellungen. All das hat seinen Platz im Anschreiben oder im Lebenslauf, wenn überhaupt.
Das Foto: Deckblatt oder Lebenslauf?
Beides ist möglich, aber nicht doppelt. Entscheide dich für einen Ort. Steht das Foto groß auf dem Deckblatt, kommt in den Lebenslauf keines mehr hinein. Gibt es kein Deckblatt, gehört es in den Kopf des Lebenslaufs.
Wichtig für Deutschland: Ein Foto ist freiwillig. Die Bundesagentur für Arbeit hält fest, dass Arbeitgeber Bewerbungsfotos nicht verlangen dürfen, dass sie aber nach wie vor üblich sind. Auch der AMS-Leitfaden für Österreich führt das Foto auf dem Deckblatt als optional. Wenn du eines nutzt, dann ein professionelles Bild in guter Qualität, kein Urlaubsfoto und kein Ausschnitt aus einem Gruppenbild. Wie ein gutes Bewerbungsfoto entsteht, zeige ich dir auf meiner Seite zum Bewerbungsfoto.
Gestaltung: ruhig, passend, durchgängig
Das Deckblatt sollte optisch zu Lebenslauf und Anschreiben passen. Dieselbe Schrift, dieselbe Akzentfarbe, dieselben Abstände. Ein Deckblatt im völlig anderen Stil wirkt wie aus einer Vorlage kopiert, und genau das ist es dann meistens auch.
Die Farbwahl darf sich an der Branche orientieren. Für Bank, Recht und Verwaltung eignen sich gedeckte Töne, für kreative Berufe darf es lebendiger sein. Wichtig ist nur, dass die Farbe auf allen Seiten dieselbe ist.
Firmenlogos des Unternehmens, bei dem du dich bewirbst, gehören nicht aufs Deckblatt. Sie sind das Markenzeichen des Unternehmens, nicht deines, und wirken schnell anbiedernd.
Deutschland, Österreich und die Schweiz im Vergleich
In Deutschland ist das Deckblatt am weitesten verbreitet und wird in den Broschüren der Bundesagentur für Arbeit ausdrücklich als Option beschrieben. Viele Personalabteilungen sind es gewohnt, und es fällt eher auf, wenn es besonders gut oder besonders schlecht gemacht ist, als wenn es fehlt.
In Österreich ist das Deckblatt ebenfalls bekannt, aber weniger selbstverständlich. Der AMS-Leitfaden behandelt es als Alternative zum obenauf liegenden Anschreiben. Wer sich aus Deutschland in Österreich bewirbt, findet weitere Unterschiede in meinem Beitrag zur Bewerbung in Österreich.
In der Schweiz spricht man meist vom Bewerbungsdossier. Laut berufsberatung.ch, dem Portal der kantonalen Berufsberatung, gehören dazu Bewerbungs- oder Motivationsschreiben, Lebenslauf, Arbeitszeugnisse und Abschlüsse, idealerweise als PDF in der richtigen Reihenfolge. Ein Deckblatt wird dort nicht erwähnt. Es schadet nicht, ist aber auch nicht erwartet. Viel wichtiger sind in der Schweiz vollständige Arbeitszeugnisse und ein sauber aufgebauter Lebenslauf, wie ich ihn im Beitrag zum Schweizer Lebenslauf beschreibe.
Deckblatt in der digitalen Bewerbung
Wenn du dich per E-Mail bewirbst, fasse Deckblatt, Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse in einer einzigen PDF zusammen, sofern das Unternehmen nichts anderes verlangt. Dann steht das Deckblatt vorne, und die Datei wirkt wie eine geordnete Mappe. Bei Portalen lässt du das Deckblatt weg oder fügst es nur dann hinzu, wenn es ein Feld für ein Gesamtdokument gibt. Mehr zur Frage, wie eine gute digitale Mappe aufgebaut ist, findest du in meinem Beitrag Bewerbungsmappe digital oder Print.
Mein Rat
Ein Deckblatt ist kein Muss, aber ein gutes Werkzeug, wenn du eine zusammenhängende PDF verschickst und dein Foto prominent zeigen willst. Halte es schlicht, nenne Stelle und Unternehmen, und sorge dafür, dass es im selben Stil wie der Rest deiner Unterlagen gestaltet ist. Bei Portalbewerbungen sparst du es dir. Wenn du deine gesamten Unterlagen aus einem Guss haben willst, schau dir meine komplette Bewerbung an.
Häufige Fragen
Ist ein Deckblatt bei der Bewerbung Pflicht?
Nein. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Deckblatt freiwillig. Es kann deine Unterlagen ordnen und dein Foto in Szene setzen, aber niemand erwartet es zwingend.
Was gehört auf ein Deckblatt?
Die Stellenbezeichnung, der Name des Unternehmens, dein Name und deine Kontaktdaten, also Wohnort oder Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Dazu auf Wunsch dein Bewerbungsfoto. Mehr braucht es nicht.
Brauche ich ein Deckblatt bei einer Onlinebewerbung?
Bei Bewerbungsportalen meist nicht, weil du die Dokumente dort einzeln hochlädst und das Portal Name und Stelle ohnehin anzeigt. Bei einer Bewerbung per E-Mail mit einer gemeinsamen PDF kann es dagegen sinnvoll sein.
Kommt das Foto auf das Deckblatt oder in den Lebenslauf?
An eine der beiden Stellen, nicht an beide. Mit Deckblatt steht das Foto dort, ohne Deckblatt im Kopf des Lebenslaufs. In Deutschland ist das Foto grundsätzlich freiwillig.
Ist ein Deckblatt in der Schweiz üblich?
In der Schweiz spricht man vom Bewerbungsdossier, und ein Deckblatt gehört dort nicht zum Standard. Es schadet nicht, wichtiger sind aber vollständige Arbeitszeugnisse und ein klar aufgebauter Lebenslauf.
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