KI-generiertViele Bewerbungen beginnen mit "Sehr geehrte Damen und Herren". Das ist nicht falsch, wirkt aber unpersönlich. Dabei ist es oft gar nicht schwer, den Namen der zuständigen Person herauszufinden, wenn man weiß, wo man suchen muss.
Mit einem festen Recherche-Ablauf kommst du in vielen Fällen schnell zu einem brauchbaren Ergebnis. Das funktioniert für die kleine Arztpraxis genauso wie für den Konzern. Hier ist der Ablauf.
Schritt 1: Die Stellenanzeige gründlich lesen
Bevor du irgendeine externe Quelle einschaltest, lies die Stellenanzeige zweimal komplett durch, auch die Fußzeile und die oft übersehene Kontakt-Box ganz unten. Erstaunlich oft steht dort ein Name oder zumindest eine Mail-Adresse mit direktem Personenbezug (vorname.nachname@firma.de). Wenn du auch nur einen Vornamen oder ein Kürzel findest, hast du genug Futter für den nächsten Schritt.
Schritt 2: Die Karriere-Seite und das Impressum
Die Karriere-Seite des Unternehmens ist deine zweitbeste Quelle. Viele Mittelständler zeigen dort eine Kachel mit Foto, Name und der direkten Durchwahl der Ansprechpartner. Bei Konzernen ist das seltener, kommt aber vor (oft als Teambezeichnung wie "Talent Acquisition Sales DACH"). Selbst wenn nur ein Team genannt wird, hast du damit einen klaren Suchbegriff.
Das Impressum nutzt du vor allem für sehr kleine Betriebe, in denen die Geschäftsführung Bewerbungen selbst sichtet (zum Beispiel im Handwerk oder bei inhabergeführten Unternehmen). In diesen Fällen ist der Geschäftsführer oft auch derjenige, der deine Bewerbung liest.
Schritt 3: LinkedIn systematisch durchforsten
LinkedIn ist eine sehr ergiebige Quelle für deine Recherche. Mit diesen drei Suchwegen findest du häufig einen Treffer:
Erste Formel: Gib den Firmennamen im LinkedIn-Suchfeld ein, filtere nach "Personen" und suche nach Begriffen wie "Recruiter", "Talent Acquisition", "Talent Sourcer", "Personalreferent" oder "HR Business Partner". Diese Bezeichnungen decken im DACH-Raum fast alles ab.
Zweite Formel: Wenn der Fachbereich feststeht, spezialisiere deine Suche. Bewirbst du dich im Engineering, suche nach "Tech Recruiter [Firma]" oder "Recruiter Engineering [Firma]". Für Sales-Rollen suchst du nach "Recruiter Sales" oder "Talent Partner GTM".
Dritte Formel: Wenn du an den Hiring Manager herantreten musst (häufig in Start-ups unter 100 Mitarbeitenden ohne eigene HR-Abteilung), suche nach der Rolle, an die du direkt berichten würdest. Das sind Titel wie "Head of Engineering [Firma]" oder "Sales Director [Firma]". In Start-ups schätzen es diese Führungskräfte sehr, wenn du sie direkt adressierst, statt deine Mail an die info@-Adresse zu schicken.
Schritt 4: Xing als wertvolle Alternative nutzen
In Deutschland und Österreich ist Xing in eher konservativen Branchen (wie Banken, Versicherungen oder dem klassischen Maschinenbau) nach wie vor sehr lebendig. Viele Personaler pflegen ihr Xing-Profil aktiver als ihr LinkedIn-Pendant. Die Suche funktioniert dort exakt nach demselben Muster. Wenn du auf LinkedIn leer ausgehst, ist Xing dein nächster logischer Schritt.
Schritt 5: Das Telefon als Geheimwaffe nutzen
Ein kurzer Anruf mit der Frage "An wen darf ich meine Bewerbung für die Stelle X richten?" führt oft zum Ziel. Manchmal erfährst du nebenbei auch, ob die Stelle noch aktuell ist. Das Gespräch dauert meist nur kurz und kann einen ersten positiven Eindruck hinterlassen.
Falls du zögerst: Personaler bekommen täglich tonnenweise anonyme Post. Ein freundlicher Anruf beweist echte Initiative und echtes Interesse (beides Eigenschaften, die fast jede Anzeige fordert).
Schritt 6: Die Plausibilität checken
Wenn du einen Namen ermittelt hast, prüfe kurz gegen, ob die Rolle auch wirklich passt. Eine Person aus dem Bereich "Recruiting Operations" ist seltener zuständig als ein aktiver "Talent Acquisition Manager". Findest du nur einen allgemeinen "HR Business Partner", ist dieser Name immer noch um Längen besser als die unpersönliche Sammelanrede.
Das solltest du unbedingt vermeiden
Vermeide es, der Person vorab eine LinkedIn-Anfrage mit der Frage zu schicken, an wen du die Unterlagen senden sollst. Das wirkt aufdringlich und wie der Versuch, den Prozess abzukürzen. Nutze den Namen einfach direkt in deinem Anschreiben. Vernetzen könnt ihr euch, wenn das erste Gespräch läuft.
Schreibe auch keine unsicheren Nachrichten wie "Soll ich Sie als Ansprechpartner angeben?". Das klärt sich von selbst: Sobald du den passenden Kontakt identifiziert hast, schreibst du ihn einfach hin.
So geht es für dich weiter
Diese Recherche wird mit etwas Übung zur Routine und geht dann deutlich schneller. Der Lohn ist eine persönlichere Bewerbung und ein besserer Start ins Gespräch. Wenn du bei deiner Bewerbung nicht weiterkommst, findest du Unterstützung bei der Bewerbungshilfe.
Lass uns diesen Staub von deinen Anschreiben pusten und den Menschen dahinter direkt ansprechen.
Häufige Fragen
Wie lange darf die Recherche dauern, bevor sie sich nicht mehr lohnt?
Als Faustregel reichen meist zehn bis fünfzehn Minuten. Findest du dann keinen Namen, ist oft wirklich keiner verfügbar. Dann ist eine höfliche allgemeine Anrede besser als eine endlose Suche.
Was tue ich, wenn ich zwei plausible Namen finde?
Wähle die Person, deren Profil näher an deinem Fachbereich liegt. Wenn beide gleich passen, nimm die Person mit höherer Seniorität oder die, die in der Karriere-Seite namentlich genannt wird.
Ist es ein Fauxpas, wenn ich die falsche Person anspreche?
Meist nicht. Viele Recruiting-Teams leiten Bewerbungen intern weiter. Ein leicht falscher Name ist in der Regel kein Ausschlussgrund.
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