
"Was man nicht messen kann, kann man nicht verbessern." Dieser Grundsatz gilt auch fürs Recruiting. Doch viele Unternehmen arbeiten immer noch nach Bauchgefühl statt mit Daten. Welche Kennzahlen wirklich wichtig sind und wie du sie nutzt, erfährst du hier.
Time-to-Hire
Die Zeit von der Stellenausschreibung bis zur Vertragsunterschrift. Im DACH-Raum liegt der Durchschnitt bei 45–60 Tagen. Eine lange Time-to-Hire bedeutet: Top-Kandidaten springen ab, weil der Prozess zu langsam ist. Analysiere, wo die Engpässe liegen: Dauert die Vorauswahl zu lange? Sind zu viele Interviewrunden nötig? Gibt es Verzögerungen bei Feedback oder Vertragserstellung?
Cost-per-Hire
Die Gesamtkosten einer Einstellung: Stellenanzeigen, Recruiter-Gehälter, Tools, Agenturkosten. Im Schnitt liegt der Cost-per-Hire in Deutschland bei 4.000–7.000 Euro. Vergleiche diese Kosten mit der Performance des neuen Mitarbeiters, so erkennst du, welche Kanäle den besten ROI liefern.
Quality-of-Hire
Die wichtigste, aber am schwierigsten zu messende Kennzahl. Quality-of-Hire bewertet, wie gut ein neuer Mitarbeiter tatsächlich performt. Indikatoren: Performance-Bewertung nach 6 und 12 Monaten, Erreichung der Probezeil-Ziele, Feedback von Führungskräften und Team. Korreliere diese Daten mit dem Recruiting-Kanal, so findest du heraus, welche Quellen die besten Kandidaten liefern.
Offer-Acceptance-Rate
Wie viele Kandidaten nehmen dein Angebot an? Eine niedrige Rate signalisiert Probleme: unattraktives Gehalt, schlechte Candidate Experience oder ein zu langer Prozess. Im Idealfall liegt die Rate über 85 %. Liegt sie darunter, analysiere die Ablehnungsgründe und optimiere dein Angebot.
Channel Effectiveness
Welche Kanäle liefern die meisten und besten Bewerbungen? Vergleiche Jobportale, LinkedIn, Mitarbeiterempfehlungen, Karrieremessen und Social Media. Oft zeigt sich: Mitarbeiterempfehlungen liefern die höchste Quality-of-Hire bei den niedrigsten Kosten. Investiere dort, wo die Ergebnisse stimmen.
Candidate Experience Score
Befrage Bewerber:innen nach dem Prozess, auch die abgelehnten. Wie empfanden sie die Kommunikation, die Geschwindigkeit, das Auftreten der Interviewer? Ein schlechter Candidate Experience Score schadet nicht nur deinem Employer Branding, sondern kostet dich auch Kandidaten, die anderen von ihrer negativen Erfahrung berichten.
Fazit
Datenbasiertes Recruiting ersetzt kein Bauchgefühl, es ergänzt es. Wer die richtigen KPIs trackt und daraus lernt, rekrutiert schneller, günstiger und besser. Start small: Beginne mit Time-to-Hire und Cost-per-Hire, und baue dein Dashboard schrittweise aus.
Brauchst du Hilfe bei deiner Bewerbung?
Professionelle Bewerbungshilfe vom LinkedIn Top Voice, persönlich und diskret.
Zur Bewerbungshilfe