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    Bewerbungsfoto Kleidung: Was du anziehen solltest, je nach Branche

    16. Mai 2026
    Bewerbungsfoto Kleidung: Was du anziehen solltest, je nach Branche

    Was zieht man eigentlich für ein Bewerbungsfoto an? Diese Frage klingt simpel, ist aber für viele eine der nervigsten überhaupt. Zu schick wirkt steif, zu casual wirkt unseriös, zu trendig altert in einem Jahr und ein Anzug, der gestern noch im Schrank lag, sieht heute aus, als wäre er drei Mal gewaschen. Ich nehme dir die Entscheidung heute ab. Schritt für Schritt erkläre ich dir, was funktioniert, was nicht, und wie du je nach Branche und Position das richtige Outfit auswählst.

    Die goldene Regel für das perfekte Foto-Outfit

    Dein Outfit sollte zur Branche passen, in der du arbeiten willst, nicht zur Branche, in der du gerade bist. Wenn du dich also vom Handwerk in die Verwaltung bewirbst, dann zieh dich an wie jemand, der in der Verwaltung arbeitet. Wenn du aus dem Konzern in ein Start-up willst, drehe die Regel um. Personaler stellen sich beim Foto unbewusst die Frage: Passt diese Person zu uns?

    In klassischen Branchen wie Banken, Versicherungen, der Verwaltung oder im Rechtswesen gilt: konservativ, aber nicht langweilig. Männer tragen am besten ein dunkles Sakko über einem weißen oder hellblauen Hemd. Die Krawatte ist optional, in vielen Häusern mittlerweile sogar selten. Frauen wählen einen Blazer in Dunkelblau, Schwarz oder Anthrazit, kombiniert mit einer schlichten Bluse oder einem Top in dezenten Tönen. Vermeide grelle Farben, große Muster oder auffälligen Schmuck, denn diese Branchen lieben Understatement. In Top-Beratungen wie McKinsey, BCG, Bain, Deloitte oder PWC ist das Niveau noch eine Stufe höher. Hier ist der klassische Anzug für Männer in Dunkelblau oder Grau mit weißem Hemd und Krawatte je nach Position Pflicht. Frauen tragen Hosenanzug oder Blazer mit gepflegtem Top, oft in zurückhaltenden Farben, da man hochwertige Stoffe auf dem Foto sofort sieht.

    In der Tech-Szene, in Start-ups oder der Kreativbranche wirkt ein klassischer Anzug dagegen oft fehl am Platz. Du würdest aussehen, als hättest du nicht verstanden, wo du dich bewirbst. Stattdessen funktioniert für Männer ein einfarbiges, gepflegtes Hemd oder ein moderner Pullover. Auch ein lockerer Sakko-Look mit T-Shirt darunter kann passen, je nach Unternehmen. Frauen wählen oft Blusen mit modernem Schnitt, schlichte Pullover oder einen casual Blazer ohne formellen Charakter. Wichtig ist hier: Trotz des lockeren Stils muss das Outfit gepflegt, gebügelt und sauber sein. Casual heißt nicht nachlässig.

    Zeig im Marketing, im Sales oder in den Medien ruhig Persönlichkeit. Farben sind erlaubt, müssen aber zu deinem Hautton und deiner Haarfarbe passen. Auch dezente Muster funktionieren, solange sie nicht das Foto dominieren. Männer tragen oft Hemd ohne Krawatte mit Sakko, während Frauen Blusen oder edle Tops mit modernem Schmuck kombinieren. Wichtig ist Selbstbewusstsein, du sollst aussehen wie jemand, der vor Menschen steht. Im Handwerk, in der Pflege oder in technischen Berufen muss es absolut kein Anzug sein, oft wirkt das sogar unpassend. Ein gepflegtes Hemd, eine Bluse oder ein einfarbiges Polo reichen völlig. Wichtig ist Sauberkeit, klare Linien und kein zu lässiger Look. Tank-Tops, Trainingsklamotten oder Arbeitskleidung gehen gar nicht.

    Farben, Muster und die feinen Details

    Wenn du dir unsicher bist: Dunkelblau, Grau, Anthrazit, Weiß, Off-White, gedecktes Beige, Salbeigrün oder weiches Bordeaux funktionieren in fast jeder Branche. Sie sind zeitlos, fotogen und lenken nicht vom Gesicht ab. Vermeide knalliges Rot, Neonfarben, leuchtendes Pink oder grelles Gelb. Bei Mustern gilt: nur sehr dezent. Große Karos, breite Streifen oder auffällige Muster werden auf dem Foto unruhig und können bei der Kompression im Bewerbungs-PDF sogar flimmern. Wenn überhaupt, wähle sehr feine Muster, die fast wie eine einheitliche Fläche wirken.

    Auch bei Schmuck und Accessoires ist weniger mehr. Eine schlichte Uhr, dezente Ohrringe, vielleicht eine feine Kette (mehr braucht es nicht). Große Statement-Pieces lenken vom Gesicht ab und können je nach Branche unprofessionell wirken. Das gilt auch für Haare, Make-up und Bart. Die Haare sollten gepflegt sein, aber nicht unbedingt frisch am selben Tag geschnitten. Männer mit Bart sollten ihn trimmen und sauber halten. Das Make-up bei Frauen darf da sein, sollte aber nicht zu stark wirken. Personaler wollen dich sehen, nicht deine Schminke.

    Was du auf gar keinen Fall machen solltest: Ein Outfit wählen, das du heute schon nicht mehr im Alltag tragen würdest. Kleidung, die nicht richtig sitzt, also zu groß oder zu eng ist, wirft unschöne Falten. Vermeide zudem Logos großer Marken, die im Foto sichtbar sind, Kapuzenpullis, Trägertops, zu tiefe Ausschnitte, Sonnenbrillen oder Kopfbedeckungen, es sei denn, sie werden aus religiösen oder kulturellen Gründen getragen.

    Mein Tipp für dein Shooting

    Vor dem eigentlichen Shooting probierst du am besten zwei bis drei Outfits zu Hause an und machst Probebilder am Fenster mit dem Smartphone. Du wirst sofort sehen, was auf dem Bildschirm wirkt und was nicht. Profi-Fotografen helfen dir auch gerne bei der Auswahl, oft sogar im Vorgespräch.

    Und wenn du Hilfe dabei brauchst, deine Bewerbung so zu bauen, dass dein Outfit, dein Foto und der ganze Auftritt aus einem Guss wirken, melde dich bei mir über die Bewerbungshilfe. Wir machen das gemeinsam.

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