KI-generiertWer im DACH-Raum über Karriere, Gehaltsverhandlung oder den nächsten Schritt nachdenkt, landet heute fast immer bei LinkedIn. Xing spielt in vielen Branchen kaum noch eine Rolle, was bei der Entwicklung von LinkedIn in den letzten Jahren nicht überrascht.
Trotzdem stellt sich die Frage, ob man das Xing-Profil löschen sollte oder ob die Plattform noch eine Funktion hat. Die kurze Antwort: In einigen Nischen schon.
Die Wahrheit ist, dass Xing keineswegs tot ist. Die Plattform hat sich vielmehr gesundgeschrumpft, neu positioniert und ist für viele Nutzer unsichtbar geworden, obwohl sie in bestimmten Kontexten nach wie vor ihre Daseinsberechtigung hat.
Der unaufhaltsame Aufstieg von LinkedIn in Zahlen
LinkedIn gehört zu Microsoft und ist international das führende Karrierenetzwerk. Die Plattform ist längst nicht mehr nur Jobbörse, sondern auch Content-Netzwerk und wichtiges Werkzeug für Personalberatung und Employer Branding. Viele große Unternehmen im DACH-Raum nutzen LinkedIn für ihre Kommunikation und die aktive Suche nach Talenten.
Xing gehört zur New Work SE und ist auf den deutschsprachigen Raum ausgerichtet. Eine nennenswerte internationale Präsenz hat Xing nicht. Während LinkedIn global wächst, bleibt Xing auf den deutschsprachigen Markt beschränkt, das ist der erste und gravierendste Unterschied.
Die Content-Schlacht: LinkedIn als Wissensplattform
Der entscheidende Wandel bei LinkedIn war der Schritt von der Lebenslauf-Datenbank zum Content-Netzwerk. Fachleute, Führungskräfte und Unternehmen teilen dort täglich Analysen und Erfahrungen. Diese Dichte an Inhalten bindet eine aktive Nutzerschaft, die sich austauschen und weiterbilden möchte.
Xing hat versucht, mit eigenen Inhalten nachzuziehen, konnte aber nicht dieselbe Dynamik entfalten. Beiträge erreichen dort meist deutlich weniger Menschen, und die Nutzung beschränkt sich häufig auf die Jobsuche. Wenn du willst, dass ein Profi deine Unterlagen übernimmt, kannst du deine Bewerbung schreiben lassen.
Recruiting: Wo die Headhunter fischen
Für Personaler und Headhunter ist LinkedIn heute das Werkzeug der ersten Wahl. Die Plattform bietet präzise Suchfunktionen, eine stets aktuelle Kandidatendatenbank und direkte Kontaktwege. Viele Unternehmen setzen im Employer Branding ausschliesslich auf LinkedIn, da sie dort über LinkedIn Talent Solutions sehr zielgerichtet nach Fähigkeiten, Erfahrungen und kultureller Passung suchen können.
Xing spielt im Recruiting heute vor allem regional eine Rolle. Gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen außerhalb der Ballungsräume wird Xing teils noch genutzt, um gezielt lokale Fachkräfte zu finden. Wer internationale Spezialisten oder Top-Führungskräfte sucht, kommt an LinkedIn kaum vorbei.
Die Nische von Xing: Regionalität und bestimmte Branchen
Es gibt dennoch Bereiche, in denen Xing weiterhin punktet. Der erste Schwerpunkt ist die Regionalität in ländlichen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Wer eine Stelle als Schreinermeister in Ostfriesland oder einen Steuerberater in einer bayerischen Kleinstadt sucht, findet auf Xing oft noch die besseren lokalen Netzwerke, da die LinkedIn-Dichte in diesen Regionen geringer ist.
Der zweite Schwerpunkt liegt auf traditionellen Branchen wie dem Handwerk und klassischen KMU-Strukturen mit einer älteren Nutzerschaft. Diese Kontakte sind oft über Jahre auf Xing gewachsen und wechseln die Plattform nicht mehr. Wer dieses spezifische, eingespielte Netzwerk sucht, findet dort Kontakte, die auf LinkedIn gar nicht vertreten sind.
Premium-Angebote und Monetarisierung: Ein ungleiches Rennen
Beide Netzwerke bieten kostenpflichtige Premium-Modelle. LinkedIn Premium bietet unter anderem erweiterte Suchen, Einblicke in Profilbesuche, Zugang zu LinkedIn Learning und InMails. Ob sich das für dich lohnt, hängt davon ab, wie aktiv du suchst und netzwerkst.
Bei Xing lohnt sich ein Premium-Abo für die meisten Fach- und Führungskräfte heute eher selten, weil dort weniger Aktivität stattfindet. Das Geld ist in vielen Fällen bei LinkedIn besser investiert.
Die Strategie von New Work SE: Fokus auf Jobs und Bündelung
Die Muttergesellschaft New Work SE hat Xing in den letzten Jahren stärker auf Jobs ausgerichtet. Zum Unternehmen gehört auch die Arbeitgeberbewertungsplattform kununu.
Dieser Fokus ist ein defensiver Befreiungsschlag gegen die Übermacht von LinkedIn. Für Unternehmen, die eine rein deutschsprachige Komplettlösung für Recruiting suchen, kann das Portfolio zwar interessant sein, ob die Aktivität der Nutzer langfristig ausreicht, um gegen die globale Dominanz von LinkedIn zu bestehen, bleibt jedoch fraglich.
Fazit
Xing ist 2026 für Karriereentwicklung, internationales Networking und Personal Branding kein echter Konkurrent mehr für LinkedIn. Für die meisten Fach- und Führungskräfte führt an LinkedIn kein Weg vorbei. Xing hat sich in eine Nische für regionale Kontakte, traditionelle Branchen und kleinere Betriebe zurückgezogen. Das Xing-Profil zu löschen ist meist nicht nötig, ein passiv gepflegtes Profil reicht.
Häufige Fragen
Ist Xing noch relevant im Jahr 2026?
Für die meisten Karriereziele und den Aufbau eines professionellen Netzwerks im DACH-Raum ist LinkedIn präferiert. Xing behält Relevanz in sehr spezifischen Nischen: regionale Vernetzung, traditionelle Branchen und KMU in ländlichen Gebieten.
Welche Vorteile bietet LinkedIn gegenüber Xing?
LinkedIn ist international verbreitet, hat eine stärkere Content-Plattform und wird von Headhuntern und Unternehmen vor allem für Recruiting und Employer Branding genutzt.
Für welche Zielgruppe ist Xing noch nützlich?
Xing kann für Personen im Handwerk, in manchen traditionellen Mittelstandsbranchen oder für die lokale Jobsuche in kleineren Städten und ländlichen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz noch von Nutzen sein.
Sollte ich mein Xing-Profil löschen, wenn ich auf LinkedIn aktiv bin?
Meist ist das nicht nötig. Ein bestehendes Xing-Profil braucht kaum Pflege und kann für lokale Kontaktanfragen noch nützlich sein, auch wenn der Fokus klar auf LinkedIn liegen sollte. Ein inaktives Xing-Profil schadet nicht.
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