
Im Mai 2026 war ich zu Gast im No Bullshit Founders Podcast. Eine Stunde lang ging es um genau die Themen, über die andere Gründer meistens schweigen: harte Zahlen, gescheiterte Experimente, teure Klicks und die Frage, warum eine ehrliche Bewerbungshilfe heute überhaupt noch funktioniert.
Wer den vollständigen Talk hören möchte, findet die Folge direkt auf Spotify. In diesem Beitrag fasse ich die wichtigsten Stationen und Learnings zusammen, für alle, die wissen wollen, wie aus einem 15-Euro-Fiverr-Gig eine profitable One-Man-Show geworden ist.
Der Einstieg: 15 Euro pro Lebenslauf auf Fiverr
Mein erstes Bewerbungsprojekt war ein Fiverr-Gig für 15 Euro. Kein Branding, kein Funnel, kein Plan. Nur ein Profil, eine Beschreibung und die Bereitschaft, jeden Auftrag ernst zu nehmen. Was nach Mini-Job klingt, war in Wahrheit die beste Marktforschung, die ich machen konnte. Ich habe in den ersten Monaten verstanden, welche Bewerber wirklich Hilfe brauchen, an welchen Stellen sie scheitern und welche Fragen sie immer wieder stellen.
Diese Phase hat mich gelehrt: Wer den Markt nicht aus erster Hand kennt, baut am Bedarf vorbei. Skalierung kommt später, am Anfang zählt nur, wie schnell du echte Kunden und echtes Feedback bekommst.
Google Ads, oder warum jeder Klick wehtut
Bewerbungshilfe ist eines der teuersten Keywords im deutschsprachigen Raum. Klickpreise von mehreren Euro sind keine Seltenheit. Wer hier ohne klare Strategie wirbt, verbrennt in wenigen Tagen vierstellige Beträge ohne nennenswerten Effekt. Im Podcast haben wir offen darüber gesprochen, wie ich Google Ads heute einsetze: nicht als Wachstumshebel um jeden Preis, sondern als gezieltes Werkzeug für klare, kaufbereite Suchanfragen.
Wichtig war die Erkenntnis, dass nicht jede Klickkampagne profitabel sein muss. Manche Kampagnen dienen nur dazu, Sichtbarkeit aufzubauen und in Kundenköpfen präsent zu sein. Andere müssen am Tag eins Umsatz bringen. Beides erfordert komplett unterschiedliche Setups, Texte und Landingpages.
Schweizer Telefonnummern und Vertrauen über Ländergrenzen
Ein kleines, aber entscheidendes Detail: Schweizer Kunden vertrauen einer Schweizer Nummer mehr als einer deutschen. Was banal klingt, ist im Vertrieb ein echter Hebel. Eine lokale Nummer signalisiert Verfügbarkeit, Verbindlichkeit und Verständnis für den jeweiligen Markt. Im Podcast haben wir besprochen, wie viele kleine Lokalisierungen am Ende den Unterschied zwischen einer Anfrage und einer echten Buchung machen.
Wer im DACH-Raum verkauft, kann nicht einfach drei Länder mit einer Website und einer Telefonnummer abdecken. Es braucht lokale Signale: passende Sprache, passende Preise in lokaler Währung, passende Ansprechpartner. Genau deshalb arbeite ich mit getrennten Auftritten für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
WhatsApp als Vertriebskanal
Eines der überraschendsten Themen im Gespräch war WhatsApp. Während viele Anbieter auf Kontaktformulare und Termin-Tools setzen, läuft bei mir ein großer Teil der Beratung über WhatsApp. Das ist nicht zufällig so entstanden, sondern eine bewusste Entscheidung. Kunden wollen schnell, unkompliziert und auf ihrem gewohnten Kanal kommunizieren. WhatsApp senkt die Hürde massiv und verkürzt den Weg vom ersten Interesse zur Buchung von Tagen auf Stunden.
Der Nachteil: Du bist erreichbar, und das fast immer. Wer diesen Kanal professionell nutzen will, braucht klare Regeln für Erreichbarkeit, Antwortzeiten und für die Themen, die wirklich per Chat geklärt werden können. Trotzdem überwiegen aus meiner Sicht die Vorteile deutlich.
Gescheiterte SaaS-Experimente
Im Podcast war auch Platz für die weniger glänzenden Geschichten. Ich habe ehrlich erzählt, welche SaaS-Experimente ich gestartet und wieder beerdigt habe. Tools für Bewerbungsanalysen, automatisierte Lebenslauf-Generatoren, KI-gestützte Anschreiben-Module. Vieles davon klang gut auf dem Papier und hat in der Realität entweder keine zahlenden Nutzer gefunden oder den hohen Qualitätsanspruch nicht erfüllt.
Die wichtigste Lektion aus diesen Versuchen: Ein Service-Geschäft mit hoher Marge ist nicht automatisch ein guter Startpunkt für ein Produkt-Geschäft. Die Mechaniken sind komplett andere. Wer das nicht versteht, baut Monate an etwas, das nie eine echte Nachfrage hatte.
Vorkasse und warum sie für mich nicht verhandelbar ist
Ein heißes Thema im Talk war meine Entscheidung, ausschließlich mit Vorkasse zu arbeiten. Im Bewerbungsbereich ist das ungewöhnlich. Viele Anbieter rechnen nachträglich ab und erleben regelmäßig Ausfälle, Streitigkeiten oder nicht bezahlte Rechnungen. Ich habe diesen Weg bewusst nicht gewählt.
Vorkasse hat zwei Effekte. Erstens filtert sie automatisch die Kunden heraus, die nicht ernsthaft kaufen wollen. Zweitens sorgt sie für eine klare Erwartungshaltung auf beiden Seiten. Wer bezahlt hat, will Ergebnisse. Wer Ergebnisse liefern muss, arbeitet konzentrierter. Diese Klarheit ist gerade als Solo-Unternehmer überlebenswichtig.
Pricing, das nicht entschuldigt werden muss
Pricing ist immer ein emotionales Thema. Im Podcast habe ich offen darüber gesprochen, wie ich meine Preise kalkuliere und warum ich sie nicht erkläre oder rechtfertige. Eine professionelle Bewerbung ist eine Investition in den nächsten Karriereschritt. Bei Gehaltssprüngen von mehreren tausend Euro im Jahr relativieren sich Preise im dreistelligen Bereich von selbst.
Das Schwierige am Pricing ist nicht die Höhe, sondern die Konsistenz. Wer einmal Rabatte gibt, gibt sie immer wieder. Wer Sonderkonditionen verhandelt, verliert die Klarheit des Angebots. Ich habe gelernt: Klare Preise schaffen klare Beziehungen.
Warum KI meinen Job nicht ersetzt
Zum Schluss haben wir noch über die Elefantenfrage gesprochen: Wird KI eine Bewerbungshilfe in den nächsten Jahren überflüssig machen? Meine Antwort im Podcast war eindeutig: Nein. KI verschiebt das Spielfeld, sie ersetzt es nicht.
Eine gute Bewerbung ist keine Textproduktion. Sie ist strategische Positionierung, Marktverständnis, Sprachgefühl und echtes Verständnis für die Person hinter dem Lebenslauf. KI kann viele Vorarbeiten beschleunigen. Sie kann recherchieren, formulieren, Varianten erzeugen. Aber sie kennt deine Geschichte nicht. Sie weiß nicht, welche Station du betonen solltest, welchen Bruch du erklären musst, welcher Ton bei welchem Unternehmen funktioniert. Genau das ist mein Job.
Wer in den nächsten Jahren ausschließlich auf KI-Tools setzt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit beliebige Bewerbungen produzieren. Wer KI klug nutzt und mit menschlicher Strategie kombiniert, wird gewinnen.
Den vollständigen Talk anhören
Die ganze Folge mit allen Details, Zahlen und Anekdoten findest du direkt im No Bullshit Founders Podcast auf Spotify. Eine Stunde ohne Gründer-Romantik, dafür mit viel Praxis aus dem echten Geschäft.
Wenn du nach dem Hören Lust hast, deine eigene Bewerbung auf das nächste Level zu heben, findest du auf der Service-Seite zur Bewerbungshilfe alle Pakete, Preise und den genauen Ablauf der Zusammenarbeit.
Brauchst du Hilfe bei deiner Bewerbung?
Professionelle Bewerbungshilfe vom LinkedIn Top Voice, persönlich und diskret.
Zur Bewerbungshilfe