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    Generation Z im Bewerbungsprozess: Was Studien wirklich zeigen

    5. September 2026
    Generation Z im Bewerbungsprozess: Was Studien wirklich zeigenKI-generiert

    Im Meetingraum bei einer namhaften Schweizer Bank in Zürich, vor mir die HR-Leiterin und der Head of Talent Acquisition. Die Frage kam direkt: "Toni, wie finden wir die Gen Z? Die Bewerbungen sind mau, und die, die kommen, sind oft nicht das, was wir suchen." Ich höre das nicht zum ersten Mal. Ob Siemens in München, Novartis in Basel oder die Erste Bank in Wien, die Klagen ähneln sich. Es scheint, als stünde die Wirtschaft vor einem Rätsel, wenn es um die junge Generation geht.

    Die Medien sind voll von Meinungen über die Generation Z: faul, fordernd, illoyal. Die einen sehen sie als Game Changer, die anderen als unbelehrbaren Haufen. Doch was steckt wirklich dahinter, jenseits von Stammtischparolen und Clickbait-Artikeln? Lassen wir uns von Buzzwords und anekdotischer Evidenz leiten, oder schauen wir auf die Daten? Ich habe mir die aktuellen Studien zur Generation Z im Arbeitskontext genau angesehen, und meine Erkenntnisse sind, sagen wir es mal so, erhellend. Wir müssen die Spreu vom Weizen trennen und verstehen, was diese Kohorte wirklich antreibt, statt sie in vorgefertigte Schubladen zu stecken.

    Ich will dir helfen, die Gen Z besser zu verstehen, nicht um sie zu verurteilen, sondern um effektiv mit ihr zu arbeiten und sie anzuziehen. Wir sprechen hier über die Fachkräfte von morgen, über die Ingenieure, Entwickler, Banker und Kreativen, die unsere Wirtschaft am Laufen halten werden. Ignorieren oder falsch einschätzen ist keine Option. Es ist Zeit für eine faktenbasierte Auseinandersetzung, jenseits der üblichen Klischees.

    Karriere statt "Work-Life-Balance": Der unterschätzte Ehrgeiz und Wunsch nach Sinn

    Die landläufige Meinung ist, die Gen Z sei nur an Work-Life-Balance interessiert und scheue harte Arbeit. Eine Studie von EY und der Universität Bamberg aus dem Jahr 2023, die 3.000 Studierende und Young Professionals befragt hat, zeigt ein anderes Bild: 80 Prozent legen großen Wert auf gute Karrieremöglichkeiten und Entwicklungschancen. Das ist ein höherer Wert als bei der Vorgängergeneration der Millennials im gleichen Alter. Nur 30 Prozent der Befragten gaben an, dass eine ausgewogene Work-Life-Balance der wichtigste Aspekt bei der Jobwahl sei. Bei BMW in Leipzig suchen junge Ingenieure nach Projekten, die sie fordern und weiterbringen, nicht nach dem frühestmöglichen Feierabend. Das ist ein ganz klares Statement.

    Was die Gen Z aber nicht verwechselt: Karriere machen bedeutet nicht, sich für den Job aufzuopfern. Sie suchen nach einer effektiven Karriereentwicklung, die Sinn stiftet und einen Beitrag leistet. Blindes Buckeln für die Beförderung, ohne Sinnhaftigkeit oder Impact, ist für sie keine Option. Sie wollen lernen, wachsen und etwas bewirken, aber sie sind nicht bereit, dafür ihre Gesundheit oder ihre Werte zu opfern. Das ist ein feiner, aber entscheidender Unterschied. Firmen wie SAP in Walldorf oder Roche in Basel haben das verstanden und bieten maßgeschneiderte Entwicklungspfade mit klaren Impact-Zielen an.

    Zusätzlich ist der Gehaltscheck zwar wichtig, aber die Gen Z ist nicht primär monetär motiviert. Eine Studie von Deloitte (2023) unter jungen Talenten weltweit zeigt, dass 75 Prozent der Gen Z bereit wären, ein geringeres Gehalt zu akzeptieren, wenn der Job eine positive soziale oder ökologische Wirkung hat. Bei der Deutschen Bahn in Berlin sehen viele junge Ingenieure zum Beispiel den Sinn in der Gestaltung nachhaltiger Mobilität. Dieses Bewusstsein für Sinnhaftigkeit und Werte ist prägend für die Generation. Sie wollen wissen, wofür sie arbeiten. Transparenz über Unternehmenswerte, Nachhaltigkeitsstrategien und gesellschaftliches Engagement ist nicht nur "nice to have", sondern ein Muss. Wenn du als Unternehmen hier keine klare Position hast oder nur Lippenbekenntnisse ablegst, wirst du es schwer haben, diese Talente zu gewinnen. Sie sind nicht nur Konsumenten, sondern Mitgestalter. Das bedeutet: Klare Kommunikation darüber, wie dein Unternehmen einen Beitrag leistet, sei es durch innovative Produkte im Gesundheitswesen bei Roche oder durch nachhaltige Produktionsprozesse bei einem Automobilhersteller wie BMW.

    Kommunikation, Autonomie und moderne Führung auf Augenhöhe

    Du denkst, die Gen Z will nur E-Mails? Falsch. Eine Umfrage von Microsoft Current Global (2023) unter mehr als 1.000 Gen Z’lern zeigt, dass 58 Prozent der Gen Z die Kommunikation via Chat, also Slack, Teams oder andere Instant Messenger, bevorzugen. Nur 20 Prozent favorisieren E-Mails für die interne Kommunikation. Für die Jobsuche sind die bevorzugten Kanäle ganz klar LinkedIn und Indeed, aber auch Instagram und TikTok spielen eine immer größere Rolle, vor allem für erste Berührungspunkte und Einblicke in die Unternehmenskultur. Bei Migros in Zürich etwa haben sich Social Media Kanäle als erfolgreiche touch points erwiesen, um Ausbildungsplätze zu bewerben. Das bedeutet für dich: Sei dort, wo sie sind. Überarbeite deine Karrierewebseite, mache sie mobiloptimiert und biete Direktkommunikationswege an. Und sei vor allem authentisch. Verkaufe keine Märchen von der perfekten Unternehmenskultur, wenn dein Büroalltag einem Call Center gleicht. Die Gen Z ist extrem gut im Erkennen von Greenwashing und Image-Fassaden. Sie wollen echte Einblicke, ungeschönt. Ein "Behind the Scenes" auf TikTok ist oft wirkungsvoller als die aufwendigste Imagebroschüre. Wenn du hier auf Nummer sicher gehen willst, kannst du deine professionelle Bewerbung schreiben lassen.

    Beim Thema Flexibilität geht es nicht nur um Homeoffice. Eine Umfrage von Gallup (2023) unter jungen Arbeitnehmern zeigt, dass es der Gen Z um Autonomie geht, also die Möglichkeit, wann und wo gearbeitet wird, eigenständig zu entscheiden. Das kann Homeoffice sein, muss es aber nicht. Es kann auch bedeuten, von einem Co-Working-Space zu arbeiten, die Arbeitszeiten um familiäre Verpflichtungen herum zu planen oder auch mal für ein paar Wochen aus dem Ausland zu arbeiten, sofern es der Job zulässt. Starre 9-to-5-Büropräsenzregeln werden als überholt empfunden. Unternehmen, die hier stur bleiben, werden Talente verlieren. Das bedeutet nicht, dass sie keine Struktur schätzen oder nicht gerne ins Büro kommen. Ganz im Gegenteil: Viele schätzen den persönlichen Austausch und die Teamarbeit. Aber sie wollen die Wahl haben. Ein Hybridmodell, das echte Flexibilität ermöglicht, ist der Schlüssel. Das ORF in Wien hat hier gute Erfahrungen mit flexiblen Arbeitsmodellen gemacht, bei denen die Teams selbst entscheiden können, wie sie am besten zusammenarbeiten.

    Dazu passend wünscht sich die Gen Z Führungskräfte, die als Mentoren agieren, nicht als Kontrolleure. Eine Studie von Korn Ferry (2022) ergab, dass die Gen Z Feedback und Unterstützung von ihren Vorgesetzten erwartet, um sich zu entwickeln. Micromanagement wird abgelehnt. Sie wollen Vertrauen und Eigenverantwortung. Ein Vorgesetzter, der ihnen den Rücken stärkt und sie fordert, ist Gold wert. Ein Chef, der jeden Schritt kontrolliert, ist ein Kündigungsgrund. Das bedeutet für Führungskräfte: Entwickle deine Mitarbeiter, gib ihnen Freiräume, delegiere Verantwortung. Sei ein Sparringspartner, kein Aufseher. Regelmäßiges, konstruktives Feedback ist zentral, am besten direkt und nicht nur im jährlichen Mitarbeitergespräch. Bei Unternehmen wie der Deutschen Bank in Frankfurt wird bereits intensiv in die Entwicklung von Führungskräften investiert, die diesen neuen Anforderungen gerecht werden.

    Digitale Prozesse und das neue Verständnis von Loyalität

    Für die Gen Z ist die digitale Welt keine Ergänzung, sondern die Basis. Sie sind Digital Natives durch und durch. Das bedeutet aber nicht, dass sie alles wissen oder können. Es heißt, dass sie intuitiv mit neuen Technologien umgehen und eine hohe Anpassungsfähigkeit an neue Tools haben. Erwarte nicht, dass sie deine veraltete Software lieben. Sie erwarten eine moderne IT-Infrastruktur und reibungslose digitale Prozesse. Das umfasst den gesamten Bewerbungsprozess. Manuelle Datenübertragung, fehlerhafte Online-Formulare oder unübersichtliche Karriereseiten sind ein No-Go. Ein reibungsloser, digitalisierter Bewerbungsprozess, der von Anfang bis Ende funktioniert, ist entscheidend. Und im Arbeitsalltag: Nutze die besten Tools, nicht die billigsten oder die, die "wir schon immer hatten". Ein Tech-Stack, der die Arbeit erleichtert, ist ein Attraktivitätsfaktor.

    Damit einher geht eine veränderte Talentmobilität. Eine Studie von Aon (2023) prognostiziert, dass die durchschnittliche Verweildauer der Gen Z im ersten Job zwischen 1,5 und 2,5 Jahren liegen wird. Das mag alarmierend klingen, ist aber ein Trend, der sich seit Jahren abzeichnet. Die Gen Z ist nicht illoyal, sie ist selektiv. Wenn ein Job nicht ihren Erwartungen entspricht, wechseln sie. Sie haben keine Angst vor Veränderung. Unternehmen müssen das verstehen und sich darauf einstellen. Das bedeutet nicht, dass du keine langfristige Bindung aufbauen kannst. Aber du musst sie dir immer wieder neu verdienen. Biete kontinuierliche Entwicklungsmöglichkeiten, spannende Projekte und eine wertschätzende Unternehmenskultur. Wenn du das nicht tust, sind sie schnell weg. Das ist keine Bedrohung, sondern eine Chance, wenn du dich als attraktiver Arbeitgeber positionierst, der seine Versprechen hält.

    Was du mitnehmen solltest

    Die Generation Z ist nicht faul, sie ist anspruchsvoll, sinnorientiert und digital versiert. Sie sucht nicht die bequeme Bank, sondern den herausfordernden Berg, den sie gemeinsam mit einem unterstützenden Team erklimmen kann. Sie will lernen, wachsen und einen echten Beitrag leisten.

    Unternehmen, die diese Bedürfnisse erkennen und ihre Angebote und Prozesse entsprechend anpassen, werden die besten Talente dieser Generation anziehen und langfristig binden. Wer sich weigert, wird auf der Strecke bleiben. Es ist Zeit, alte Denkmuster über Bord zu werfen und die Gen Z nicht als Problem, sondern als Chance zu sehen.

    Häufige Fragen

    Ist die Gen Z tatsächlich fauler als vorherige Generationen?

    Nein, Studien zeigen einen hohen Wert auf gute Karrieremöglichkeiten und Entwicklungschancen. Sie sind nicht faul, aber sie suchen nach sinnstiftender und effektiver Arbeit, die ihre Werte widerspiegelt.

    Welche Kommunikationskanäle bevorzugt die Gen Z im Bewerbungsprozess?

    Sie bevorzugen digitale und direkte Kanäle wie Chat-Anwendungen, LinkedIn, Instagram und TikTok. Unternehmen sollten ihre Kommunikationsstrategien entsprechend anpassen und authentische Einblicke bieten.

    Wie wichtig ist das Gehalt für die Gen Z bei der Jobwahl?

    Das Gehalt ist wichtig, aber nicht der einzige oder primäre Motivator. Viele sind bereit, für einen Job mit positiver sozialer oder ökologischer Wirkung ein geringeres Gehalt zu akzeptieren. Sinnhaftigkeit und Werte spielen eine große Rolle.

    Was bedeutet Flexibilität für die Gen Z im Arbeitskontext?

    Für die Gen Z bedeutet Flexibilität vor allem Autonomie: die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wann und wo gearbeitet wird. Reine Homeoffice-Angebote reichen oft nicht aus. Ein hybrides Modell mit echter Wahlfreiheit ist gefragt.

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